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Blumen über Blumen / Die neue Alexander McQueen Ausstellung in London

Ganz knapp habe ich die erste Ausstellung im Flagship Store Alexander McQueens in der Old Bond Street in London verpasst. Umso mehr habe ich mich bemüht, die neue Ausstellung kurz nach der Eröffnung zu sehen, denn ich war gespannt, inwiefern die Räume des Stores als Ausstellungsräume geeignet sind und wie viel vom Prozess wir Besucher zu den berühmten Kleidungsstücken sehen können.

Dann war es auch schon so weit und die Ausstellung hat offiziell eröffnet. Der Eintritt ist wie immer frei, denn sie befindet sich in der obersten Etage des Flagshipstores in Central London. Schon alleine für die Gestaltung des Interiors und der Räume selbst lohnt sich ein Blick in den Store. Tolle halboffene Treppen führen die Besucher von Etage zu Etage und machen einem Vorfreude auf das, was man gleich zu Gesicht bekommt. Die neue Ausstellung zum Thema Blumen.

Moment mal, eine ganze Ausstellung zum Thema Blumen?

Klingt erstmal wenig vielseitig. Wenn man dann aber sieht, auf welchen verschiedenen Ebenen mit dieser Inspiration gearbeitet wird – von Stickereien, über textile Manipulationen, bis hin zu ganzen Drapagen und Silhouetten, die Blumen ähneln, wird deutlich, wie wichtig diese Quelle für eine Großzahl der Kollektionen Alexander McQueens ist.

Los ging es mit einer Wand voll mit Blumenmotiven. Blumen aller Art konnte man hier sehen – und das auf Fotografien, die sehr unbearbeitet und echt wirkten. Das Thema hier war das Wildbeet für den Schutz der Bienen und dazu passend wurde ein großes Moodboard aus dem Atelier ausgestellt, das den Prozess hinter den bekannten Bienen- bzw. Wabenkleidern zeigte, dazu Arbeitsproben und erste Ideen zu Stickereien.

So hatte ich es mir vorgestellt, denn für mich selbst als Modedesignerin ist das “Hinter den Kulissen” das spannendste an den Modeausstellungen. Denn hier bekommt man Eindrücke, die man sonst nur während seiner Praktika ergattern kann. Zu sehen, wie das Team arbeitet und welche Schritte nötig waren, um das Resultat zu schaffen, ist für mich immer sehr inspirierend. Und so ging es auch in dieser Ausstellung weiter!

Als nächstes wurden die verrückten Korsagenkleider vorgestellt und mit verrückt meine ich nicht crazy, sondern im wörtlichen Sinne ver-rückt. Die Korsagen sehen aus, wie aufgesprengt, verrutscht und schief – ganz mein Geschmack.

Ganz besonders gut konnte man den Prozess auch bei dem nächsten Outfit erkennen, denn hier war erneut eine ganze Wand mit Inspirationsbildern, aber auch Anproben und Änderungen ausgestellt, dazu Nähproben, die nötig waren, um den tollen verblassenden Effekt zu schaffen. Eines meiner Highlights in der Ausstellung.

Ein absoluter Traum, wie ich finde. Besonders gefällt mir, wie die gleiche Technik für sehr voluminöse, und gleichzeitig eng anliegende Partien verwendet wurde.

In der Mitte der Ausstellung traf man dann auf zwei gigantisch große Ballkleider, die mit einer ähnlichen Technik, aber einfarbig gestaltet wurden. Daran konnte ich mich gar nicht sattsehen. So viel Volumen, so viele Meter an Stoffen und in einer Perfektion gefertigt – das muss viele, viele Stunden in Anspruch genommen haben.

Weiter ging es mit einigen Kleidern, bei denen die Blumeninspiration in Drapagetechniken übergegangen ist. Unzählige Meter von Seidentaft wurden hier in Falten gelegt und vernäht, um ganz viel Volumen für große Rosen aufzubauen. Die Kleider wurden in schwarz, pink und rot entworfen und eines der größten und bekanntesten Rosenkleider war sogar auf einer sich drehenden Plattform installiert, die sich magisch drehte und man das Kleid wunderbar von allen Seiten betrachten konnte. Ich hatte zu diesem auch schonmal ein Making Of Video auf der Instagram Seite gesehen, was sehr spannend war. Ich verlinke es auch hier mal – wer sich weiter dafür interessiert, kann gerne mal schauen!

In dem Video sieht man schön, wie viel Arbeit die Näherinnen und Schnittmacherinnen in jeden Schritt investieren und wie viel Mühe sich gegeben wird, um jedes Kleid zu perfektionieren und zu einem Unikat zu machen. Ähnlich zu diesem roten Kleid, wurden noch weitere Kleider mit der selben Technik ausgestellt – jedes für sich der absolute Wahnsinn! Ich frage mich, was die Kleider wohl wiegen?

Die Ausstellung zeigte auch noch in einem Video, wie für eine Modenschau ein Kleid aus echten Blumen gefertigt wurde und während das Model den Laufsteg abläuft, lösen sich einiger dieser Blumen und verteilen sich entlang des gesamten Laufstegs. Sah aus wie gewollt, war es aber wohl nicht.

Ganz inspiriert ging es dann für mich nach Hause. Ich habe die Ausstellung wirklich genossen und kann sie jedem empfehlen, der in den nächsten Monaten nach London kommt und sich ein wenig für Mode interessiert. Ich auf jeden Fall freue mich schon auf die nächste Ausstellung im Flagshipstore Alexander McQueens!

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