Mein Reisetipp für das Pfingstwochenende: Krakau in Polen

Ihr wisst, ich stecke gerade mitten in der Erstellung meiner Bachelor-Kollektion und habe natürlich alle Menge zu tun. Doch irgendwie verlangte mein Körper, dass ich den Stress für ein paar Tage hinter mir lasse und verreise. Ganz spontan entschied ich mich mit meinem Freund, ein verlängertes Wochenende nach Krakau in Polen zu fliegen, denn wir waren beide noch nie in Osteuropa. Also nichts wie Flüge gebucht, Unterkunft ausgesucht und mit großer Vorfreude hingeflogen. Wir hatten schon gelesen, dass Krakau sehr sehenswert ist, aber wie vielseitig und günstig die Stadt wirklich ist, überraschte uns doch. Deshalb heute hier für euch: meine Tipps und Routen für ein verlängertes Wochenende in Krakau!

Die Stadt hat eine tolle Größe und so haben wir wirklich ausnahmslos alle Orte zu Fuß erkundet. Da wir unser Apartment direkt in der Innenstadt hatten, starteten wir unsere Tour ganz im Norden und zogen dann weiter in den Süden. Startpunkt war das St. Florians Tor und der St. Florians Platz. An ihn schließt sich die gleichnamige belebte Einkaufsstraße an, die direkt zum Hauptmarkt führt.

Auf dem riesigen (laut Recherche einer der größten europäischen Plätze aus dem Mittelalter) Hauptmarkt Rynek Glówny gibt es einiges zu erkunden: die Krakauer Tuchhallen (inzwischen prall gefüllt mit Souvenirgeschäften und Läden mit Tüchern und allerlei Kleinigkeiten), die große doppeltürmige Marienkirche, aus der jede Stunde ein kleines Trompetenspiel erklingt und der Rathausturm. Diesen kann man für wenig Geld selbst besteigen und von oben eine tolle Aussicht genießen. Wir waren zufällig am Montag da und haben so herausgefunden, dass er an diesem Tag kostenlos ist – also ein kleiner Geheimtipp hier an dieser Stelle für euch! Lohnt sich.

Von hier aus geht es weiter in Richtung Süden, am Besten über die wuselige Straße Grodzka vorbei an den St. Peter und St. Paul Kirchen, bis zum etwas höher gelegenen Wawel Schloss. Ein wirkliches Highlight in Krakau. Mit seinen vielen Türmen, die in unterschiedlichen Epochen und mit ganz verschiedenen Stilen erbaut wurden, die sich aber irgendwie trotzdem zu einem Bild zusammenfügen, ein Must-Visit für euren Krakau-Trip. Und natürlich auch wieder in Fußentfernung.

Von hier aus kann man einen schönen Spaziergang am Ufer der Weichsel unternehmen und hier auch den Drachen bestaunen, der alle paar Minuten Feuer speit. Bei schlechtem Wetter kann man nun einen Abstecher über die südliche Brücke zu Schindlers Fabrik machen. Einige von euch kennen sicher den Film Schindlers Liste? Eine akkurate und interessante Ausstellung in den Räumlichkeiten der echten Fabrik bringt einem die Geschehnisse auf Englisch noch etwas näher. Kann ich absolut empfehlen und ist dazu, wie alles in Krakau bzw. wahrscheinlich ganz Polen, mit wenigen Euro Eintrittspreis sehr günstig für das, was man geboten bekommt.

Bei gutem Wetter kann ich euch unbedingt ans Herz legen, das jüdische und etwas alternative Viertel Kazimierz im Süden der Stadt zu besuchen. Hier haben wir einige tolle Stunden verbracht, Köstlichkeiten probiert und uns durch die Straßen treiben lassen. Das Viertel besticht mit seinem unheimlichen Charm der vielen kleinen Läden, Cafés und Restaurants.

Nach so einigen Kilometern auf dem Buckel haben wir abends schön eingekauft, haben noch das schöne Staatstheater gegenüber unseres Apartment bestaunt und dann gemütlich gekocht.

Tagesausflüge:

Von Krakau aus kann man außerdem tolle Tagesausflüge unternehmen. Wir haben uns entschieden, einen Tag in das größte Konzentrationslager des zweiten Weltkrieges zu fahren – Auschwitz. Hier haben wir eine dreieinhalbstündige deutsche Führung gebucht, die uns durch das kleine Konzentrationslager Auschwitz I sowie das riesige Auschwitz II Birkenau gebracht hat. Unfassbar, alles mit eigenen Augen zu sehen und sich dabei zu erinnern, dass diese ganzen schrecklichen Ereignisse, die Menschen einander angetan haben, gerade mal ein gutes halbes Jahrhundert in der Vergangenheit liegen. Natürlich war es kein sehr fröhlicher Ausflug, dennoch aber geschichtlich und kulturell interessant und für mich unbedingt ein Must-Do. Mehr möchte ich hier gar nicht zu sagen, denn jeder sollte hier seine eigenen Eindrücke sammeln.

Eine andere Ausflugsmöglichkeit, die wegen des Wetters leider nicht möglich war, ist eine Fahrt in die Tara Mountains – die polnischen Alpen. Hier gibt es einige tolle Wanderwege, die wir gerne erkundet hätten. Vielleicht beim nächsten Mal!

Ich hoffe, ich konnte euer Interesse für diese tolle und bei Deutsche eher unterschätzte polnische Stadt wecken. Vielleicht etwas für euer langes Pfingstwochenende?

Viel Spaß!