RAW / Meine neue Jeans-Kollektion

Und da ist schon wieder das nächste und siebte Semester geschafft. 5 Monate voller Trachten, Tradition, Inspiration, Handwerk, Denim und einem Hauch Orange später und mein Portfolio ist um eine Kollektion reicher.

„Jeans are a symbol of autonomy, of heritage and of the spirit of individuality that has turned dreamers into doers and doers into icons.“ – Kassim

Zum Anlass der 56. Europeade im Austragungsort Frankenberg, Hessen 2019 beschäftigt sich die Kollektion „RAW“ mit der traditionellen hessischen Tracht.

Eine Tracht ist im Allgemeinen die, für eine aus historischen oder regionalen Gründen verbundene Volksgruppe, typische Kleidung.
Es wird davon ausgegangen, dass um etwa 1700 im gesamten Gebiet Nordhessen eine einheitliche, traditionelle Tracht getragen wurde. Von einfachen Varianten entwickelte sich bis zum 19. Jahrhundert eine Vielzahl von Trachten. Die besonders für den Raum Hessen bekannte evangelischen Marburger Trachten dienen der Couture Kollektion „RAW“ als Inspiration.
Die Frauen-Trachten bestanden aus einer kurz geschnittenen Jacke, dem „Motzen“, welche am Halssausschnitt und den Ärmelsaumen reich mit der sogenannten „Frisur“ (Verzierungen mit Häkel- oder Stickelementen) verziert war.
Unter der Tracht wurde überlicherweise ein weißes Leinen- oder Baumwollhemd getragen, welches ebenfalls mit Stickereien oder weißer Spitze besetzt war.
Kombiniert wurde ein wadenlanger, faltenreicher Rock mit einer Weite von 4-5 Metern, der mit einem Leibchen und einen Unterrock seine Form erhielt. Über dem Faltenrock wurde eine Schürze mit einem Meter Weite getragen, welche am oberen Rand eingekräuselt oder mit Falten eingearbeitet wurde.
Als Kopfschmuck diente der „Schnatz“. Dieses, auf dem hochgekämmten und verflochtenem Zopf sitzende Hütchen war reich verziert und besaß zwei Schluppenbänder auf beiden Seiten des Kopfes.

Die Farbpalette der Marburger Tracht reichte von Dunkelblau über ein dunkles Grün, Braun und Grau bis zu verschiedenen Beerentönen. Lediglich grelle Farben waren meist ausgeschlossen.
Die Schwälmer Tracht hingegen verlieh den Farben des Kopfschmucks und der Bekleidung wesentlich mehr Bedeutung. So stand eine Rot-Gold-Kombination lediglich jungen und ledigen Frauen zu, Grün und Silber standen für verheiratete Frauen und Blau mit Silber oder Weiß durften von älteren Damen getragen werden.

Besonders inspirierend für die Kollektion „RAW“ war insbesondere das Spiel mit Falten, um Volumen zu schaffen. Um zu ermitteln, welche Schritte notwendig sind, um aus der ausgestorbenen traditionellen Tracht eine moderne Kollektion zu entwickeln, wurde die Silhouette als Ganzes aufgegriffen. Erst dann wurden einzelne Elemente in unterschiedlilche Größen skaliert, gedreht und verschoben.
Mit diesen Methoden der Rückbesinnung auf eine vergangene Kultur entstand eine völlig neue und moderne Kollektion für das Jetzt und die Zukunft.

So viel zur Theorie, nun kommt die Praxis:

Eure Juliana

CREDITS:
Design @julianamartejevs @byjulianamartejevs // Photographer @elenaottophotography // Model (left) @laralavender // Model (right) @hannahagenbrock // Make Up @antonie_makeupartist