Jil Sander Präsens / Ausstellung Frankfurt

Über eine Freundin habe ich von der großen Ausstellung mit dem Titel „Jil Sander. Präsens.“ erfahren, welche aktuell in Frankfurt präsentiert wird. Da stand für mich natürlich sofort fest, dass ich sie unbedingt besichtigen muss. Museum, Kunst, Architektur, eine tolle Stadt, eine tolle Marke und Mode – das klang vielversprechend. Alle meine Vorstellungen und Erwartungen wurden bestätigt und erfüllt! Wer noch die Chance hat, bis zum 06.05. nach Frankfurt in das Museum für Angewandte Kunst zu kommen, der sollte dies schleunigst tun. Für all diejenigen, für die es nicht machbar ist, aber auch für die, die einen Rückblick aus meiner Perspektive sehen und lesen möchten, schreibe ich diesen Artikel. 

An diesem Tag stimmte aber auch alles: die Sonne hat sich nach einem Schauer morgens endlich wieder blicken lassen, ich hatte einen freien Tag, kam pünktlich in Frankfurt an und wurde nach einem schönen Spaziergang von meinem Hotel bis zum Museum direkt am Mainufer von einem tollen Gebäude mit sehr interessanter und moderne Museumsarchitektur überrascht. Normalerweise oft fensterlos gestaltet, wurden hier alle Exponate im Tageslicht wunderbar beleuchtet und fügten sich so scheinbar perfekt in die Umgebung draußen und die Innenarchitektur ein.

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Die Ausstellung befasst sich sowohl mit der Biografie Jil Sanders, als auch mit ihrem Werk bis zu ihrem Ausstieg aus persönlichen Gründen aus der gleichnamigen Marke. Auf zwei Stockwerken ausgestellt erhält man einen wunderbaren Überblick über den Stil von Frau Sander, der minimalistisch, einzigartig, modern und doch irgendwie zeitlos ist und sich in allen Schaffensbereichen widerspiegelt.

Los ging es natürlich mit der Mode, zu der, wie ich glücklicherweise Festellen konnte, nicht nur Kleidungsstücke, sondern auch Moodboards, Zeichnungen, Schnittmuster und Stoffkarten ausgestellt waren. So lassen sich Kollektionen doch besser nachvollziehen. Zusätzlich waren kleine bis riesige Modefotografien aus Editorials oder Lookbook-Shootings ausgestellt und Videos auf riesigen Leinwänden haben den Besucher in die faszinierende Welt der Fashion Weeks mitgenommen.

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Mir gefiel besonders, wie die Kleidungsstücke auf Figurinen in den einzelnen Räumen verteilt waren und auch die Architektur scheinbar wie für die jeweiligen Kollektionen wie gemacht war. Ergänzt wurden die Kreationen mit Accessoires, Taschen und Schuhen. An alle Kreationen konnte man supernah herantreten und ich habe viel Zeit damit verbracht, mir die Machart mit bestimmten Materialien genau anzusehen, welche auch für Jil Sander einen hohen Zeitaufwand darstellte. Außerdem hat mich der Aufbau der Räume teilweise sehr an die fantastische Ausstellung über Comme des Garçons erinnert, über welche ich euch schon im vergangenen Jahr aus New York berichtet habe. Schaut euch die Fotos selbst noch einmal an – könnt ihr auch einen Zusammenhang finden?

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Im zweiten Obergeschoss ging es dann mit einer Kollektion weiter, die in Kooperation mit einem Künstler entstanden ist. Die Präsentation dieser hat mich schier umgehauen! Ich hätte Stunden damit verbringen können, die einzelnen Teile des scheinbar abstrakten Musters auseinander zu nehmen und immer wieder neue Figuren, Objekte und Formen darin zu finden, aus denen sich ebenfalls ganze Kleidungsstücke zusammensetzten.

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Wir hier schon an den Wänden ansatzweise zu erkennen, beschäftigte sich die Ausstellung noch weiter mit den Fotostrecken, die mit viel Mühe zum Detail und zur Coporate Identity hergestellt wurden. Dann ging es weiter mit dem Übergang zur Showroom-Architektur, die ebenfalls von Jil Sander mutgestaltet wurde, sowie zur Arbeit an den vielen Parfumsorten und dem Produktdesign der Flakons. Auf dem Foto erkennt man kaum, wie groß die Flaschen wirklich sind (sehen ja quasi normalgroß aus), aber in Wahrheit hatte eine dieser Flaschen eine Größe von 50cm (wirklich!).

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Diese Wand gefiel mir besonders und kann ich mir auch wunderbar mit Fotos aus meiner eigenen Kollektion bei mir im Wohnzimmer oder Schlafzimmer vorstellen. Es gab wirklich nichts, dass mir an der Ausstellung nicht gefallen hat. Jil Sander war schon lange eine Marke, die ich gerne verfolgte und deren Kollektionen ich bewunderte, aber seit meinem Besuch dieser Ausstellung ist mir das Gesamtwerk klarer geworden. Alles perfekt zusammengefasst, spannend, abwechslungsreich und fesselnd, habe ich die Zeit unglaublich genossen!

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Schade, Jil Sander, dass du selbst nicht mehr am Fortgang der Marke mitwirkst, aber danke für das, was du geschaffen hast und den neuen Kreativdirektoren mit auf den Weg gegeben hast!

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Eure Juliana