NYFW / Mimi Prober SS 2018

Ein kurzer Bericht zu einer kurzen Show – der von Mimi Prober. Früher, als ich die Fashion Weeks noch nur in Modemagazinen und dann später im Internet verfolgt habe, habe ich mir immer vorgestellt, dass die Schauen bestimmt eine Stunde dauern müssen. Bei so vielen Looks und so viel Arbeit, wie doch in die einzelnen Kollektionen gesteckt wurde! Dass das nicht so ist, habe ich inzwischen gelernt. Stattdessen hetzt man von einer Show, die 15-30 Minuten dauerte, los, schnappt sich zwischendurch Gratisdrinks, ein paar Modemagazine und die Goodie Bags, um dann (in meinem Fall, weil ich leider keinen eigenen Fahrer habe) bepackt bei der nächsten Show anzukommen. Nichtsdestotrotz, ein Riesenspaß!

Wer kennt Mimi Prober schon? Ich nicht. Ihr wahrscheinlich auch nicht. Über die Einladung habe ich mich dennoch sehr gefreut und entdeckt, dass ihre Unbekanntheit wahrscheinlich auch daran liegt, dass sie einfach noch relativ neu im Business ist und sehr jung ist. Sie hat ihr Studium erst vor wenigen Jahren am FIT abgeschlossen.

Ihr Stil zeichnet sich vor allem durch handgefertigte Stücke aus, die aus antiken Materialien (vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert) – übrigens oftmals Spitze und Seide – in Kombination mit recycelten Fragmenten bestehen. Schon auf den ersten Blick sieht man, dass es sich um natürliche Materialien handelt. Diese unterzieht sie Färbungs- und Bleichprozessen und setzt sie zu einzigartigen künstlerischen Stücken zusammen. Selbst bezeichnet sie ihre Kollektionen als saisonunabhängig und das kann ich doch auch zu einem großen Teil unterschreiben, wenn auch sich der gerade so aktuelle und trendige Carmen- oder Off-Shoulder-Ausschnitt ebenfalls bei ihr eingeschlichen hat.

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Hervorzuheben ist auf jeden Fall auch, dass es sich bei Mimi Probers Kollektionen um Zero Waste Teile handelt und jedes Teil durch die Applikation von besonderen antiken Fragmenten einzigartig ist. Designer lieben ja bekanntlich das Spiel mit Kontrasten. Fräulein Prober ganz besonders den Kontrast von Vergangenheit (ihr erinnert euch an die antiken Materialien?) und der (nachhaltigen) Zukunft.

Farblich blieb es anfänglich bei den meisten der Kreationen im natürlichen Bereich und damit beige Tönen. Aufgepeppt und gesteigert wird das ganze durch ein paar rote und blaue Flicken und brachten den mittleren Teil der Kollektion in ein tragbares und alltagstaugliches Licht. Die letzten Looks waren komplett in schwarz gehalten, aufgrund der Transparenz aber total aufregend! Mir gefielen die verschiedenen Schichten und Stickereien sehr. Was meint ihr dazu?

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Eine weitere gelungene Kollektion der NYFW!

Eure Juliana

P.s.: Schaut mal, was ich auf dem Heimweg sehen durfte! Leider nicht aus der richtigen Perspektive, denn normalerweise hätte man zwei Strahlen sehen können. Aber es war trotzdem bewegend und besonders.

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