NYFW / John Paul Ataker SS18

Und weiter geht der Fashion-Week-Wahn mit der Show von John Paul Ataker – ebenfalls in der offiziellen Location. Eine Kollektion voller eleganter Roben und Kleider erwartete mich und hinterließ mich sprachlos! WARUM erfahrt ihr hier.

Das Label John Paul Ataker wird übrigens gar nicht von John Paul Ataker gestaltet, wie ich bis vor kurzem dachte, sondern von Numan Ataker. Das türkischstämmige Label legt Wert auf Exklusivität und Eleganz, was wirklich kaum zu übersehen war – türkische Einflüsse lassen sich auf den ersten Blick aber nicht erkennen. Die Kollektion soll die Kindheit des Designers wiederspiegeln, besonders im Bezug darauf, dass seine ganze Familie im Fashion Business tätig war, und das in allen Bereichen: von der Maßschneiderei über die Stoffherstellung bis zur Schnittkonstruktion. Die Professionalität und das Hintergrundwissen der ganzen Familie machten sich auch in den Kreationen bemerkbar, welche unglaublich präzise und passgenau gefertigt waren. Details, wie Cut-Outs oder Stickereien haben die Kollektion abgerundet.

Na, aber dann schauen wir doch mal rein in die einzelnen Looks!

Trendbericht

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Die diesjährige Kollektion war auf jeden Fall eines: sehr farbreduziert. Was aber nichts schlechtes ist, denn die aufwändigen Schnittführungen und Details kamen so erst richtig zur Geltung. Kombiniert waren Weiß und Schwarz mit einem edlen Gold, welches in Details, wie Stickereien oder Kordeln auftauchte.

Kordeln ist übrigens das nächste Stichwort. Die waren nämlich öfter zu sehen – unauffällig an der Seite als kleines Detail, groß geflochten als Schmuckelement oder zierlich und dünn, wie Borten angebracht. Die Vielfältigkeit hat mich hier besonders begeisert, bin ich sonst nämlich kein so großer Freund von Kordeln bei Abendkleidern.

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Ein weiteres, immer wieder auftauchendes Element waren Volants und Rüschen, welche in unterschiedlichen Größen und Richtungen zu sehen waren. Sie haben beispielsweise Ausschnitte verziert, Ärmel geschmückt, oder den Rockbereich in fein säuberlich angeordneten Ebenen gegliedert. Besonders gut hat mir das hier untere Kleid gefallen, denn die Volants sahen aus, wie drapiert und hatten dadurch einen künstlerischen und  nicht so konservativen Look. Was gefällt euch besser?

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Schultern zeigen (Hallo mal wieder, Carmen-Ausschnitt – lange nicht gesehen!) oder verbergen, dazwischen konnte sich der Designer wohl nicht entscheiden und nahm einfach beides in die Kollektion auf, wodurch er aber umso mehr erreichte, dass die Schultern – egal auf welche Weise – betont wurden. Und die Schultern sind etwas zartes auf der einen Seite, auf der anderen aber auch das Körperteil, das Stärke symbolisiert. So schienen die Models allesamt starke Frauen zu sein, ein schönes Kollektions-Element.

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Der Materialmix hat mir übrigens auch gut gefallen. Der schwere verzierte Brokat in Kombination mit zarter transparenter Seite – ein gelungenes Kontrastspiel.

Und dann zuletzt, und der Grund, weshalb ich wirklich sprachlos war, war der atemberaubende Auftritt als allerletztes Model von Karlie Kloss. Ja, richtig gelesen! Karlie Kloss, Modelüberflieger und sympathische Instagram-Userin, hat die Modenschau beendet und das mit einer Anmut, die den ganzen Raum und das ganze Publikum verzaubert hat. Ihre Ausstrahlung war so phänomenal stark, irgendwie überlegen und gleichzeitig elegant, dass man alle Kreationen vorher vergessen hat und nur noch auf sie gucken konnte. Echt super! Da hat sich die bestimmt teure Investition in ein Supermodel auf jeden Fall gelohnt, wie ich fand!

Diese Show ist mir mit am meisten im Kopf geblieben, auch wenn ich andere Kollektionen vielleicht aufregender fand. Was natürlich daran liegen könnte, dass Abendmode einfach so selten getragen werden kann und ich die Streetstyles direkt in meinen Kleiderschrank befördern möchte.

Nichtsdestotrotz, ein Highlight der Fashion Week für mich! Tschüss, John Paul Ataker und Karlie Kloss, hoffentlich bis zum nächsten Mal!

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Eure Juliana