Venice / 8 Advices For Your Trip

Venedig – die versinkende Stadt. Schnell noch hin, bevor sie ganz untergegangen ist! Sie bietet sich schon für eine Wochenendtour an, an dem man die Seele baumeln lassen möchte und eine ganz neue Welt betreten kann. Wie ich finde, ist diese Stadt mit keiner anderen, die ich bisher besucht habe, zu vergleichen und daher ganz besonders einen Besuch wert.

Tipp 1: Anreise mit dem Zug

In diesem Frühjahr ging es für mich das erste Mal (und bestimmt nicht das letzte Mal, das kann ich schon mal vorweg nehmen) nach Venedig. Wie in meinen anderen Reiseberichten schon zu lesen ist, empfehle ich es, in Italien mit dem Zug von A nach B zu fahren. Ganz besonders gilt es auch für die Insel Venedig! Richtig gelesen – mir ist selbst erst kurz vor meiner Reise bewusst geworden, dass es sich bei der Stadt Venedig nicht um eine Stadt auf dem Festland handelt, sondern sie wirklich komplett umgeben von Wasser ist. Noch dazu ist sie komplett Autofrei. Wieso sollte man dann überhaupt mit dem Auto anreisen? Einzige Option wäre in diesem Fall, das Auto auf der anderen Seite der Brücke stehen zu lassen und jeden Tag der Reise auf die Insel zu fahren. Wenn man mich fragt, unnötiger Aufwand! So ging es also mit dem Zug aus meiner Wahlheimat Mailand auf und ich konnte den ersten Blick auf die Stadt erhaschen, als wir die lange bereits erwähnte Brücke überquerten, die die einzige Verbindung zwischen Festland und Insel darstellt. Venedig wartete mit Sonnenschein und blauem Himmel auf mich, was im Mai gar nicht selbstverständlich ist. Freunde hatten mich vorgewarnt, dass es ab und zu so stark regnet, dass sämtliche Straßen und Gassen unter Wasser stehen könnten und man die Stadt mit kniehohen Gummistiefeln erkunden muss. Aber das ließ sich Gott sei Dank nicht einmal erahnen.

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Tipp 2: Wohnen auf der Insel

Um den Kurzurlaub, das Wochenende, die Flitterwochen oder welche Art von Reise auch immer so richtig genießen zu können, sollte man unbedingt eine Unterkunft direkt auf der Insel Venedig buchen. Man spart viel Zeit, jedes Mal auf die Insel und wieder zurück zu fahren und man ist auch viel flexibler, was die Planung angeht. Wer nicht auf der Insel wohnt, muss seinen Tag von morgens bis abends durchplanen, denn man hat neben Restaurants oder Bars ja keine Möglichkeit, sich mal auszuruhen. Wer direkt auf Venedig wohnt, kann entspannt in den Tag hineinleben, eine Mittagspause zu Hause machen, wenn man gerade Lust hat und bis spät durch die Stadt ziehen, ohne auf Verkehrsanbindungen zu achten. Wie kann man einen Urlaub denn besser genießen? Das klingt jetzt erstmal nach hohen Kosten und die meisten Hotels direkt auf der Insel sind zugegeben sehr teuer, aber da gibt es noch die wunderbare Möglichkeit Airbnb – eine tolle Methode, um Geld zu sparen und wie Einheimische zu wohnen. So habe ich zum Beispiel ein tolles Zimmer nur eine Straße vom weltberühmten Markusplatz entfernt gefunden das Ganze für einen vernünftigen Preis!

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Tipp 3: Vor Tauben auf dem Marktplatz fliehen

Der Markusplatz ist auf jeden Fall eine Besichtigung wert, aber Achtung: Nichts für Taubenhasser! Es gibt wohl auf kaum einem Platz weltweit eine Ansammlung von so vielen Tauben wie dort – nicht mal auf dem Domplatz in Mailand, obwohl man sie dort schon in Scharen vorfindet. Einmal abgesehen von den grässlichen Tauben, die sich auch nur dort aufhalten weil es immer wieder unglaublich viele blöde Touristen gibt, die die Viecher auch noch füttern, ist der Platz weitläufig, edel und mit tollen Gebäuden gesäumt. Dazu zählen die Basilica di San Marco, seiner Campanile und den alten und neuen Prokuratien. In einige der Gebäude kann man auch hinein, so beispielsweise in die Markuskirche, die nicht nur mit ihrem äußeren und wie ich finde orientalischen Look überzeugt, sondern auch ein ausführlich gestaltetes Inneres offenbart.

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Tipp 4: Hoch hinaus auf den San Marco Campanile

Vielleicht hat sich der ein oder andere schon gefragt, von wo aus ich die Fotos mit den schönen Aussichten von oben aufgenommen habe. Wer sich wie ich einen Überblick über die Stadt verschaffen möchte, ist auf dem San Marco Campanile, dem einzigen Turm auf dem Markusplatz genau richtig. Für wenige Euro ist es möglich mit dem Aufzug auf den circa 100 Meter hohen Turm zu fahren. So kann man die ganze Stadt überblicken und erstmal erkennen, wie kreuz und quer alle Häuser gebaut wurden. Die einzelnen Kanäle aus dem Meer sind zwischen den Häusern meist so  klein, dass man sie von dem Turm gar nicht sehen kann und die Stadt sieht aus wie ein wilder Salat aus roten Häusern. Absolut spannend und schön anzusehen!

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Tipp 5: Bootsfahrt auf dem Canal Grande

Eine Sache, die man natürlich unbedingt in Venedig unternehmen muss, ist es eine Fahrt auf dem Canal Grande zu unternehmen. Für mich war es nicht zwingend nötig, eine Gondelfahrt zu machen, es sei denn man hat ein romantisches Date geplant. Diese Fahrten sind unglaublich teuer und mit dem Wassertaxi oder Wasserbus kann man die alten, zwar heruntergekommenen aber nicht minder einzigartigen und schönen Häuser genauso gut betrachten.

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Tipp 6: Spazieren ohne Ziel

Venedig ist eine so kleine Stadt, dass man sich sicher sein kann, noch vor Sonnenuntergang nach Hause zu finden, selbst wenn man sich mal verläuft. Das Schöne daran ist, dass man sich deshalb einfach mal treiben lassen kann, sich von netten Geschäften, leckerduftenden Gerüchen oder einladenden Gassen leiten lassen kann. Klar, es gibt eine furchtbar hohe Anzahl von drängelnden Menschen auf der Jagd nach Selfies vor den beliebtesten Sehenswürdigkeiten (vor allem am Wochenende), aber durch dieses lockere Treiben eben ohne bestimmtes Ziel entdeckt man immer wieder neue hübsch verzierte Brücken, italienische Eisdielen, Wohnhäuser mit offenen Fenstern und Einheimische beim Wäscheaufhängen über dem Kanal und all diese Entdeckungen sind mehr wert als die meisten typischen Attraktionen!

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Tipp 7: Eroberung der umliegenden Inseln

Neben der Hauptinsel Venedig selbst zählen auch noch 117 weitere Inseln zur Lagune von Venedig und einige größere davon lassen sich nicht nur sehr einfach mit dem Waterbus erreichen, sondern sind auch noch sehenswert. Beispielsweise sind einige Inseln in der Vergangenheit und auch teilweise heute noch auf bestimmte Gebiete spezialisiert, wie Glasherstellung oder Fischerei. Murano, eine Insel die sich dem Glas widmet ist besonders empfehlenswert. Die große Insel Venedig in klein – hübsche Gassen, reich verzierte Brücken, verfallene Häuser, kleine charmante Cafés kombiniert mit handwerklichen Glas-Betrieben und Läden, in denen die Einzelteile verkauft werden. Allerdings muss man vorher gewarnt sein – nur wenige Schmuckstücke und Dekorationsartikel aus Glas in den verlockenden Läden sind wirklich auf Murano hergestellt. Der Großteil ist importiert.

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Tipp 8: Ein Abend am Ufer

Wie ich finde, zeigt sich Venedig und die dazugehörende Vielzahl von Inseln von seinen schönsten Seiten am frühen bis späten Abend. Es lohnt sich definitiv, sich in einem netten Restaurant am Ufer niederzulassen und die herannahenden privaten Schiffe zu beobachten und bestaunen. Von kleinen Booten bis hin zu riesigen Privatyachten ist alles dabei. So lässt sich der Venedig-Urlaub doch am Besten beenden. Ich hatte eine wunderschöne Zeit in der wie ich finde romantischsten italienischen Stadt und werde auf jeden Fall wiederkommen. Die Eindrücke, die ich gesammelt habe, sind so viel schöner als vorher geahnt und sollten in ein paar Jahren garantiert nochmal aufgefrischt werden.

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