Armani Silos

Eine Sache, die ich vor meiner Abreise aus Mailand unbedingt noch erledigen wollte, war es, die Armani Silos zu besuchen. Und ich kann nur sagen, zum Glück habe ich das noch gemacht! Mir hat es unglaublich gut gefallen!

Für einen Studentenpreis von 6€ hatte ich Zugang zu vier Etagen voller Mode. Im Erdgeschoss befindet sich momentan eine temporäre Ausstellung, die sich authentischen Fotografien Larry Finks aus Hollywood widmet. Hier kann man beispielsweise Momentaufnahmen von Stars wie Natalie Portman oder Jay Z betrachten, Bilder, auf denen sie ausgelassen feiern oder tuscheln. Das alles ist wunderbar elegant und zeitgenössisch in einem Stockwerk mit kleinen abgetrennten Räumen arrangiert und schon hier scheint man die Eleganz Armanis zu spüren. Die Wände anthrazit, die Fotos bloß schwarz weiß, allesamt in der gleichen Größe auf weißem Passepartout in quadratischen schwarzen Rahmen gehalten. Viele einzelne Spots, die an der schwarzen Decke hängen, tauchen die Fotos in geheimnisvolles Licht.

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Schreitet man ein Stockwerk höher, gelangt man in die permanente Ausstellung, die aus Outfits Armanis der letzten 40 Jahre besteht. Jedes der drei Stockwerke hat ein eigenes Thema, das Armani am Herzen liegt. Beispielsweise wird im ersten Stock deutlich gemacht, was für eine wichtige Rolle verschiedene Kulturen (vor allem afrikanische und asiatische) im Designprozess Armanis spielen. Wenn man von Raum zu Raum spaziert, entdeckt man unendlich viele Blumenmuster, die die Weiblichkeit der Trägerin unterstreichen. Die Kleider sind nicht nach Aktualität sortiert, es kann sich also ein Kleid aus den 80ern neben einem Kleid der Kollektion 2015 befinden – und doch passt alles perfekt zusammen. Weil Armani seinem Stil treu geblieben ist, und das bereits seit mehr als 40 Jahren. Besonders klasse finde ich, wie die Kleider dargestellt sind, sehen sie doch so aus, als würden sie einen echten Körper einkleiden. Dennoch ist keine Kleiderbüste zu sehen, keine Arme oder Hände lenken vom Objekt ab. Das liegt daran, dass sich unter den Kleidern Formen befinden, die hundertprozentig auf das Kleid zugeschnitten sind. Spaghettiträger haben beispielsweise Stand, als würden sie auf Schultern sitzen, es wirkt, als ob die Trägerin bloß unsichtbar wäre. Purer Perfektionismus.

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Das zweite Obergeschoss ist einer Farbthematik gewidmet. Armani ist besonders bekannt für die Schaffung des Tones Greige, einer Mischung aus Grau und Beige, doch in diesem Stockwerk wird darauf hingewiesen, dass die Kombination von Schwarz mit Weiß und die Akzentuierung von verschiedenen Rot- und Blautönen ebenso eine wichtige Rolle spielen.

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Die Architektur des Museums beeindruckte mich auch. Immer, wenn ich ein Stockwerk höher schreiten konnte, habe ich die minimalistische und zugleich elegante, zeitgenössische Bauart bewundert, bei der offene Rechtecke in die Wände der Räume eingebaut sind und man von jedem Raum auch einen Blick auf die Räume mit anderen Themengebieten werfen konnte.

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Im dritten Obergeschoss waren neben der Damenmode auch vermehrt Outfits aus der Männerbekleidung ausgestellt. Ergänzt wurde das Armani-Erlebnis mit einem Archiv, in dem man eigene Recherche an Computern betreiben konnte und noch auf viel mehr Outfits und Skizzen Zugriff hatte. Außerdem findet man dort noch einen Kino-Bereich, bei dem auf einer Leinwand abwechselnd Dokumentationen über Armani, Werbespots aus verschiedenen Jahrzehnten oder Fashion Filme zu wichtigen Kollektionen gezeigt wurden. Das Repertoire war hier so vielseitig, dass ich dort länger als eine halbe Stunde Platz nehmen konnte, ohne dass sich auch nur ein Film wiederholte.

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Bluse: Mango
Gürtel: Zara
Tasche: Mango Limited Edition

Begleitet hat mich bei meinem Besuch das kleine, aber feine Heftchen zur Ausstellung, in dem es noch die Eine oder Andere Erläuterung mehr zu den Themengebieten gab. Ich hätte im Nachhinein gerne noch mehr erfahren, sodass ich beim nächsten Mal auf jeden Fall einen Audio-Guide dazu gebucht hätte. Ich habe gelesen, dass sich die Ausstellung immer wieder erneuert, einige Objekte und Themen dazu kommen und ausgetauscht werden, deshalb möchte ich die Armani Silos in ein paar Jahren gerne nochmal besuchen, um zu sehen, wie sich die Marke und der Stil weiter entwickelt haben. Mich hat der Besuch in den Armani Silos hundertprozentig überzeugt. Es hat alles gestimmt, von der Architektur, über die Ausstellungsart bis hin zu den Exponaten. Ich bin dankbar für den tollen Nachmittag!

Wer von euch war auch schon einmal dort? Hat es auch genau so gut gefallen, wie mir?

Eure Juliana


One thing that I definitely had to do before I leave Milan was to visit the Armani Silos. And I just can say, I am so happy that I did it because I enjoyed it so much! I loved my stay there and everything about it.

For 6€ (student discount) I had access to all four levels of the museum filled with fashion. You find a temporary exhibition by Larry Finks about authentic photographies in Hollywood in the first floor. For instance, you can see photos of Natalie Portman oder Jay Z on which they are partying excessive or exchanging secrets with other celebrities. The works are presented in a wonderful elegant and contemporary floor with small separate rooms where you can already feel Armanis style and elegance. The walls are grey, the photos black and white, all on a white passepartout and a black frame. Many spots enhance the photos with a mysterious light.

When you enter the second floor you get in the permanent exhibition area which consists of outfits by Armanis of the last 40 years. Each of the three floors has his own subject that plays an important role in Armanis inspiration. For example, you could see very clearly how important different cultures (especially African and Asian) are for his design process. The outfits and dresses have many flower patterns which symbolize the femininity of the wearer. The dresses are not organized by dates (a dress of the 80s can be shown next to a 2005 collection dress) but anyway everything fits perfectly. Armani always followed his own style, for already more than 40 years. What I like is particularly, is how the dresses are presented. They look like they would dress a body but the body is invisible. For instance, straps stand as if they would fit on shoulders but in reality, there is a sculpture underneath the dress that has exactly the silhouette of the dress. It is just made with pure perfection!

The third floor is dedicated to color schemes. Armani is well-known for the tone greige, a mixture of grey and beige but in this floor it is pointed out, that combinations of black with white and highlights in different shades of red and blue are equally important.

The architecture of the museum impressed me as well. Every time, when I entered a new floor, I really felt the minimalistic, elegant and contemporary style and the rooms in all floors have holes from which you can see the other rooms with different themes, too.

In the fourth and last floor next to womenswear there was also a wide range presented of menswear. The whole exhibition was completed by an archive, in which you could research on even more outfits and sketches. Furthermore, there was a small cinema, where you could watch documentaries about Armanis, commercials of different decades or fashion films to some collections. The repertoire was so huge that I could sit there and watch different films without a repetition.

The little leaflet joined my while my stay and gave me some interesting information about the exhibition and different themes. After the event, it would have been good to book the audio guide as well because I could have needed even more of the information to single dresses. I read that the exhibition changes over the years and so I would love to visit the Armani Silos again in some years to see the differences and how the style of the brand continues.

I now can say, that I totally and 100% enjoyed the visit and every part from architecture over the art of exhibition until the works itself were amazing. I am very thankful for the afternoon I spent there.

Does anyone of you also have been there and did you enjoy your stay like me?