Was bisher geschah / 3

Semester 3 – und endlich sind wir nicht mehr die Neuen gewesen! Nach einer langen Sommerpause (jedes Jahr um die 8 Wochen) bin ich motiviert in das Wintersemester gestartet. Man befindet sich in dem Semester immer noch im Grundstudium, weshalb größtenteils Pflichtkurse absolviert werden. Endlich besteht nun aber auch die Möglichkeit, nach individuellem Geschmack Wahlfächer zu wählen, denn zum Ende des Bachelor-Studiums müssen davon 8 vorgewiesen werden können. Mein Stundenplan bestand dann aus folgenden Fächern:

  • Kulturgeschichte der Mode 1
  • Modemarketing 1
  • Modellentwicklung 1
  • Grundlagen CAD
  • Modeentwurf
  • Modellschnitt
  • Figürliches Zeichnen
  • Wahlfach Ausstellungen
  • Italienisch-Kurs

Wie immer folgen jetzt kurze Erläuterungen. Fangen wir mit der Kulturgeschichte der Mode an. Aufgrund meiner Ausbildung war ich in diesem Fach nicht verpflichtet, am Unterricht teilzunehmen. Dennoch war ich ein paar Male da, um mir einen Überblick über den Stoff zu verschaffen. Die Vorlesung wird über zwei Semester angeboten und behandelt im ersten Block den Zusammenhang zwischen Mode, Kultur und Kostüm seit dem Mittelalter bis ungefähr zur Zeit der spanischen Mode. Im vierten Semester wird bei dieser Zeit angesetzt und die Geschichte bis zur heutigen Mode fortgeführt. Ich finde die Thematik wirklich interessant und schon während meiner Ausbildung habe ich viel darüber gelernt, was mir bis heute im Kopf geblieben ist. Um das Fach erfolgreich abzuschließen, müssen die Studenten eine Hausarbeit über ein Thema der Kostümkunde ihrer Wahl schreiben und dieses in einer Präsentation vorstellen.

Modemarketing 1 handelt erstmal vom allgemeinen Marketing, den wichtigsten Fachbegriffen, Strategien und Konzepten. Alle Inhalte werden aber stetig mit Beispielen aus der Modeindustrie verknüpft. Dieser Kurs war ein Blockseminar, das heißt, er fand nur über wenige Wochen, dafür aber immer für einen ganzen Tag statt. Da es aber eine sehr theoretische Vorlesung ist, fand ich es relativ schwer, mich über viele Stunden auf das gleiche Thema zu konzentrieren. Dafür war man nach einigen Wochen davon ab, wir haben direkt eine Klausur geschrieben und hatten die restlichen Freitage des Semesters komplett frei – was natürlich ein großer Vorteil des Blockseminars ist. Obwohl die Materie recht trocken ist, hat unser Dozent uns gut motiviert und die Inhalte wurden dadurch auch interessant. Er hat angekündigt, dass der zweite Teil des Kurses im vierten Semester spannender und praktischer wird – komplettiert mit mehr aktuellen Beispielen aus der Modeindustrie!

In der Modellentwicklung 1 ging es darum, die zuvor erlernten Grundschnitte designbedingt abzuwandeln. Wir bekamen unter anderem Beispiele von Kleidern bekannter Modehäuser und hatten die Aufgabe, einen Schnitt zu entwickeln, der am Ende zu dem ausgewählten Kleid führt. Wir haben viel in kleinen Gruppen gearbeitet und hatten auf jeden Fall Spaß in diesem Kurs. Die Prüfung bestand am Ende daraus, individuell ein Kleid mit Kragen und Ärmeln zu entwerfen oder aus bestehender Mode zu wählen und dazu den Modellschnitt in einem Maßstab von 1:3 zu entwickeln. Die Konzeption und Entwicklung wurde inklusive Schnitt in einer Mappe abgegeben.

In den CAD Grundlagen haben wir mit der Software Grafis erlernt, Grund- und Modellschnitte am Computer zu erstellen. Da in den meisten modernen Unternehmen mittlerweile mit Programmen wie diesen zur Schnitterstellung gearbeitet wird und die Schnitte nicht mehr per Hand auf Papier erstellt werden, finde ich es besonders wichtig, sich hier anzustrengen und sich zu engagieren. Ich arbeite sowieso gerne am PC und habe deshalb gerne an diesem Fach teilgenommen. Natürlich ist das Programm sehr umfangreich, sodass man nicht in einem oder zwei Semestern alles lernt und ich diesen Kurs auch in zukünftigen Semestern belegen möchte.

Modeentwurf und Modellschnitt gehen Hand in Hand. Im Modeentwurf haben wir zum ersten Mal die Möglichkeit gehabt, zu einem Thema eine eigene Kollektion zu entwerfen und umzusetzen – mit allem was dazu gehört: Recherche, Inspiration, Konzept, Moodboard, Schnitterstellung, Anproben, Produktion, Lookbook und Präsentation. Dieses Fach macht mir immer am meisten Spaß, denn es ist genau das, womit ich bald Geld verdienen möchte. Um welches Thema es sich genau gehandelt hat und was ich entwickelt habe, habe ich schon in meinem Blogartikel ‚Luna Calante‚ beschrieben. Dieses Projekt war zwar sehr kommerziell, aber gut für den Start in dieses Unterrichtsfach. In den kommenden Semestern werden wir mehr Freiheiten haben und experimenteller arbeiten können.

Im Fach Figürliches Zeichnen hatten wir die Möglichkeit, frei nach Lust und Laune mit allen uns zur Verfügung stehenden Materialien zu arbeiten und unseren eigenen Stil im Entwerfen und Illustrieren der Mode zu erarbeiten. Wir haben uns oftmals gegenseitig Modell gestanden und die Persönlichkeiten und Kleidungsstücke unserer Kommilitonen dargestellt. Mir hat der Kurs sehr gefallen, denn wir haben gute konstruktive Kritik bekommen und hatten Zeit zu experimentieren, ohne unter Stress zu stehen – denn das Fach wird ohne Prüfung am Ende und ohne Note abgeschlossen. Man muss lediglich anwesend sein und gut mitarbeiten!

Als Wahlfach habe ich eine Kooperation mit dem Kunstverein Hannover belegt, mit der wir uns an ein paar ausgewählten Nachmittagen Ausstellungen angesehen und besprochen haben. Ich interessiere mich ja sehr für Kunst und daher war das Wahlfach genau das Richtige für mich. Direktorin Kathleen Rahn und Kuratorin Ute Stuffer haben uns betreut und waren super nett! Insgesamt haben wir mit nur 7 Studentinnen den Kurs belegt und dadurch gab es immer eine total nette Atmosphäre. In der ersten Woche und letzten Woche haben wir uns Ausstellungen im Kunstverein Hannover angesehen, in denen zum Beispiel mit Stoffen oder Schallplatten gearbeitet wurde und ein Zusammenhang zwischen Kunst, Mode, Design und Körper wurde geschaffen.

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Einige Wochen später haben wir das Kunstmuseum Wolfsburg besucht, in der es unter anderem eine Ausstellung zur britischen Pop-Art gab, die sehr politisch beeinflusst ist und mich sehr interessiert hat. Auch der Ausflug hat sich sehr gelohnt, denn wir hatten neben unserem Besuch auch immer die Möglichkeit mit dem zuständigen Direktor oder Kurator zu reden, der uns interessante Hintergrundinformationen geliefert hat!

Anschließend sind wir in einem meiner Lieblingsmuseen gewesen: im MARTA Herford. Bisher war jede Ausstellung, die ich mir dort angesehen habe absolut sehenswert und so auch diese!

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Als zweites Wahlfach im dritten Semester habe ich einen Italienischkurs im Bildungsverein Hannover belegt, denn der Italienisch Kurs an meiner Hochschule hat aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl leider nicht stattgefunden. Den Kurs habe ich belegt, da zu dem Zeitpunkt schon feststand, dass ich mein viertes Semester an unserer Partneruni Politecnico di Milano verbringen würde und ich die Sprache lernen wollte. Mehr zu meinem Austauschsemester gibt es im nächsten Artikel in der Kategorie Fashion Studies! Freut euch drauf!

Eure Juliana