Fondazione Prada

Die Fondazione Prada ist eine Art kultureller Museumskomplex mit Ausstellungsflächen für zeitgenössische Kunst. Dieser Komplex besitzt eine Fläche von 19.000 Quadratmetern, aufgeteilt auf 7 Gebäude. Schon im Infoheft wird damit geworben, dass die Architektur sehenswert ist und von Kontrasten lebt – ältere Gebäude, die von der Fondazione erhalten werden, stehen unmittelbar neben neuer Architektur. Bereits deswegen lohnt sich ein Besuch! Der Eintrittspreis liegt bei 10€, für Studenten unter 26 Jahren bei 8€.

Ein Prachtstück unter den Gebäuden ist das Haunted House, ein Turm, der zwar in seiner Form weitestgehend erhalten wurde, die Fassade aber komplett mit Blattgold versehen wurde. In ihm befindet sich eine permanente Installation des Künstlers Robert Gober inklusive zweier Arbeiten von Louise Bourgeois. Auf einigen Stockwerken lassen sich hier einzelne Objekte oder ganze gestaltete Räume aus Alltagsgegenständen zu den Themen Sexualität, Beziehungen, Natur, Politik und Religion besichtigen. Man bekommt am Ticketverkauf ein extra Ticket für diesen Turm und eine bestimmte Uhrzeit zugeteilt (bei mir war es anderthalb Stunden nach meinem Einlass in die Fondazione), denn da die Stockwerke nicht besonders groß sind und das Treppenhaus auch nicht viel Raum bietet, darf nur eine begrenzte Anzahl von Menschen gleichzeitig in dieses Gebäude. Vorher hat man die Möglichkeit, die temporären Ausstellungen der anderen Teile des Komplexes zu besichtigen. Ich habe auch tatsächlich geschafft, ohne besonders auf die Zeit zu achten, alle übrigen Räume zu durchlaufen – so war der Turm für mich am Ende der Höhepunkt. Nicht nur architektonisch, sondern auch in Bezug auf die Ausstellung.

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Die temporäre Ausstellung „Guarda la rai“ von Francesco Vezzoli befindet sich im Großteil des Gebäudekomplexes und ist vom 09.05. bis zum 24.09.2017 installiert. Thematisch behandelt die Ausstellung Erinnerungen des Künstlers an seine Vergangenheit bezogen auf eine Generation, die vom Fernsehprogramm geformt wurde. Besonders wird auf das Fernsehen in Italien 1970er Jahren eingegangen – eine Kombination aus Brutalität, Politik, Geschichte, Unterhaltung und Surrealismus. Neben zahlreichen Fernsehern, Projektionen und Leinwänden mit echten Aufzeichnungen aus dieser Zeit, können Gemälde, Skulpturen oder Installationen (wie das Glashaus, das ich euch fotografiert habe) betrachtet werden. Ein interessanter Mix zu dem Thema!

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Es wurde außerdem oft mit Licht und Schatten gespielt, wodurch einige Elemente in Ausstellungsräumen erst bei bestimmten Lichtverhältnissen sichtbar wurden. Ich muss zugeben, dass das Thema der temporären Ausstellung mich persönlich vorher nicht interessiert hat und auch am Tag meines Museumsbesuches musste ich mich auf die vielen Bildschirme und Geräusche einlassen. Nun, da ich die Gesamtkomposition betrachten kann, fand ich es aber wirklich interessant und bin gerne von Raum zu Raum, von Gebäude zu Gebäude geschlendert! Und mit der gelungenen Architektur und dem tollen Wetter hat es das alles noch schöner gemacht!

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Abschließend kann ich sagen, dass die Fondazione Prada bezogen auf die Inhalte der Ausstellungen nicht meine erste Wahl für einen Museumsbesuch waren, ich aber dennoch froh bin, da gewesen zu sein und es mich doch auf eine Art bereichert hat! Besonders gut hat mir auch der Service gefallen. Vor jedem Gebäude des Komplexes gab es nette Mitarbeiter der Fondazione, die mir empfohlen haben, welchen Weg ich am Besten in welcher Reihenfolge einschlagen sollte. Außerdem habe ich mitbekommen, dass sie auch mit anderen Besuchern Englisch geredet haben – was nicht immer selbstverständlich bei den Italienern ist!

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War jemand von euch auch schon einmal dort und hat sich eine andere Ausstellung angeschaut? Wie hat es euch gefallen?

Eure Juliana

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The Fondazione Prada is a museum of cultural complexes with exhibition space for contemporary art. The complex has a space of 19,000 square meters and consists of 7 buildings. The architecture is really worth seeing lives on contrasts – preserved architecture is located directly next to new buildings. The normal ticket price is 10€, but student under the age of 26 just pay 8€.

The beauty of the buildings is the Haunted House, a tower that is well-preserved in its structure but has a storefront that is entirely made of beaten gold now. In the building is a permanent installation by Robert Gober, as well as two artworks by Louise Bourgeois. There are many floors where you can visit unique objects or whole rooms of installations with daily life items on topics like sexuality, relationships, nature, politics, and religion. At the ticket office you get an extra ticket for the Haunted House because you are only allowed to visit the tour at an individual time. The different floors and the staircase are not too large, so that there is just a small amount of people allowed at once. Before, you have the chance to visit the rest of the complex, like the temporary exhibition. Without checking the time, I was just in time when I finished the other buildings in one and a half hours and I could go directly into the Haunted House, which was my highlight – architectural and also referred to the exhibition.

The temporary exhibition „Gauarda la rai“ by Francesco Vezzoli is located in most of the buildings and can be seen from May 5th to September 29th, 2017. It deals with memories of the artist about his past and a generation formed by television. It was primarily about television of Italys 1970s: a combination of brutality, politics, history, entertainment and surrealism. Besides TVs, projections and big screens, you can see paintings, sculptures, and installations, which was an interesting mix!

Also, in the exhibition they played with light and shadows and some parts of the artworks could only be recognized when the light shed on it. I have to say that the subject of the temporary exhibition was not my favorite before and it was not my first choice for visiting a museum in Milan. But now, as I can see the whole composition, I really enjoyed being there and it was inspiring. I especially liked the architecture and enjoyed walking in the sun from building to building. Furthermore, the device was really good and there were many museum staff in front of every building to explain the best route. I also heard them talking English to other international people – which is not given everywhere in Italy!

Has anyone of you already been to the Fondazione Prada and has seen another exhibition there? How did you like it?