Museumsbesuch / Uffizien in Florenz

Die letzten zwei Wochen bin ich mit meinem Freund durch einige italienische Städte gereist – unter anderem durch Florenz. Da durfte der Besuch der Uffizien natürlich nicht fehlen! Ich rate euch, das Museum erst am frühen Abend zu besuchen, denn tagsüber ist die Schlange scheinbar unendlich lang. Natürlich habt ihr dann nicht so viel Zeit, jedes einzelne Bild ausführlich zu betrachten, wir haben aber in anderthalb Stunden einen guten Überblick bekommen. Außerdem gibt es einen Studentenrabatt, mit dem man nur um die 6,50€ inklusive der Sonderausstellung bezahlt. Wir zwei sind Fans von Audioguides und haben deshalb noch einen Guide für zwei Personen zum Preis von 6€ dazu ausgeliehen.

Das Wort Uffizien kommt ähnlich aus dem Italienischen und bedeutet übersetzt Büros. Ursprünglich war das Gebäude nämlich für die Unterbringung von Ämtern in Florenz gedacht. Ab 1580 befindet sich aber eine Kunstsammlung an Stelle dessen. Man findet dort heutzutage Werke von der Antike bis zum Spätbarock und die Uffizien sind eines der bekanntesten Kunstmuseen weltweit.

Gestartet haben wir im 2. Obergeschoss – dort befindet sich die Gemäldesammlung hauptsächlich aus der italienischen Renaissance. Erst einen Tag vor unserem Museumsbesuch habe ich in meiner GEO Epoche Spezial „Italien und seine Meisterwerke“ relativ zufällig über Meister wie Botticelli gelesen und war daher höchsterfreut, die passenden Werke auch noch in Echt zu sehen. Dieser Künstler und vor allem seine Werke „Der Frühling“ und „Die Geburt der Venus“ haben es mir besonders angetan, denn sie heben sich meiner Meinung nach von den Bildmotiven von anderen Künstlern dieser Zeit ab.

geburt der venus

Sandro Botticelli wagte als erster Künstler seit der Antike eine nicht christliche Darstellung einer nackten Frau und stellt in seinen Werken nicht nur wichtige weltliche oder geistliche Würdenträger dar, sondern ist revolutionär in der Darstellung von antiken Göttern und mythischen Themen. Außerdem gefallen mir besonders die Farbkombinationen und die zugleich realistische und idealisierte Ausarbeitung von Menschen.

Neben Werken von Botticelli sind auch tolle Werke von Michelangelo, Leonardo oder Giotto zu sehen und eine lange Halle im Obergeschoss ist mit einer Vielzahl von Skulpturen bestückt – man kann sich gar nicht sattsehen! Zu der Zeit, als wir die Uffizien besucht haben, hatten wir Glück und es gab eine Sonderausstellung zu Leonardo da Vinci. Dieser weltbekannte Künstler hat in seiner gesamten Lebzeit nur circa ein Dutzend Bilder fertig gestellt, dementsprechend waren einige Vorarbeiten und Skizzen zu betrachten – was aber echt superinteressant war, denn uns war vorher nicht bewusst, in welchen Schichten und Systemen ein Gemälde erschaffen wurde. Besonders interessant fanden wir ein Werk, das nicht beendet wurde, bei dem aber die meisten Hintergrundfiguren fertiggestellt waren, die Madonna mit Kind im Zentrum aber noch skizziert war – so schien Leonardo das wichtigste und schwierigste bis zum Schluss aufzuheben.

Insgesamt war es echt ein toller Museumsbesuch, bei dem wir jede Minute genossen haben und dank des Audioguides viele Hintergrundinformationen zu den Gemälden und Skulpturen bekommen haben. Unbedingt weiterzuempfehlen!

Eure Juliana